Diese Flasche war schnell geöffnet. Kein Kork. Chopin Klavierkonzert Nr. 2 zum Dekantieren. Ach was ein Spießer bin ich bloß geworden. Ja und natürlich wurde gekocht, dass gehört schließlich dazu. Das Silber und Großmutters Essgeschirr inklusive der richtigen Glasgarnitur standen bereits gelangweilt auf dem Tisch. Heute also Burgund für die Seele und Lamm mit* Linsen für den Leib! Hauptbühne; DER Wein hatte sich in der Karaffe bereits beruhigt und der berauschende, ja betörende Duft dieser Göttin schoss durch meine Nase, nachdem ich selbige bereits tief in die Glasflasche getrieben hatte. Wow! Ach! Clavelier! Der Gesprächsstoff für diesen Abend war, sehr zum Leidwesen meiner Gäste, gerettet. Bio hin Bio her, in jedem Falle vermittelt Sie die Liebe und Leidenschaft derer die Sie anwenden. Der hier vorgeführte Wein ist dabei ein Beispiel Par Excellence. Er widerspiegelt das Chambolle Muisgny Terroir vortrefflich. Aromen von Brombeere und Kirsche treffen hier auf dominante Mineralität begleitet von zurückhaltenden Tanninen. All das macht diesen Wein zu einem komplexen und nachhaltigen Erlebnis. Für die Labelfreaks bleibt zu erwähnen, das sich diese Parzelle zwischen den beiden Grand Cru Lagen Les Petit Musigny und En Orveaux befindet. Clavelier sagte uns auf einer Verkostung, dass dies eigentlich eine Grand Cru Parzelle wäre. Sein Grossvater hätte lediglich vergessen diese bei der Neuklassifizierung vor rund 100 Jahren als Grand Cru anzuelden. Wie auch immer für mich bleibt Clavelier einer der Favoriten im Burgund. Großes Kino und natürlich auch noch viel besser in 10 Jahren, doch wer kann schon so lange warten? 9.0 Roi B.
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